Seit 1978

Stand zunächst das philosophische Werk des Namensgebers (Novalis) im Vordergrund, so traten bald weitere Schwerpunkte hervor: die Ursprünge der europäischen Philosophie bei den Griechen, das Denken in der Scholastik, Zum Ursprung der Naturwissenschaft und vor allem: die in der (jeweiligen) Gegenwart zu beobachtenden Entwicklungsschritte des menschlichen Denkens. Daran nahmen Studierende und andere (vor allem jüngere) Interessierte regen Anteil, meistens verbunden mit einem Interesse an der Art, wie im Institut die Anthroposophie Rudolf Steiners kritisch erarbeitet und zum Verstehen der Bewusstseinsgeschichte eingesetzt wurde.

Finanzielle Notlage

Nach seinem ersten Jahrzehnt geriet das Institut in eine finanzielle Krise, die von den Betroffenen aufgrund der Gegebenheiten schon länger vorausgesehen worden war - nicht ungewöhnlich bei einem Vorhaben, das ohne eigene Mittel und ohne laufende Sponsoren versucht, eine umfangreichere Arbeit kontinuierlich aufzubauen. Die meisten der bis dahin Mitwirkenden suchten sich in der Krise ein neues Tätigkeitsfeld. Wer blieb, musste für seinen Lebensunterhalt selbst aufkommen. 

Neue Perspektiven

Im Zusammenhang mit den Arbeiten zu den Bewusstseinsfragen und der besonderen Situation in der Gegenwart kam die Anfrage eines Unternehmers, ob das Institut nicht seine Mitarbeiter dabei unterstützen könnte, im Hinblick auf Zusammenarbeit und Führung ganz „zeitgemäß“, nämlich eigenständig zu werden. Dadurch bekam die bisher schon lange gepflegte Arbeit an Gegenwartsfragen und Arbeitsformen eine größere Dimension: Die Dialogische Führung wurde geboren und seither kontinuierlich weiterentwickelt.

Pädagogische Akademie

Nachdem sich einige Jahre lang am Institut ein informeller pädagogischer Arbeitszusammenhang gebildet hatte, schlugen einige auswärtige Teilnehmer im Jahr 2005 
vor, eine ständige Einrichtung für einen freien, aber engagierten Austausch zu aktuellen pädagogischen Fragen zu etablieren. 2006 wurde die Pädagogische Akademie am Hardenberg Institut gegründet und bis 2016 geführt. Neben Jugendfragen standen auch Erziehungsfragen und Fragen der Zusammenarbeit von Eltern und Lehrern (meist an Waldorfschulen) im Zentrum. Vorträge, Kolloquien und Seminare in Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden jährlich organisiert und meist von einem kleinen Initiativkreis, bestehend aus Lehrern und Mitarbeitern des Instituts, vorbereitet. Einige der Themen mündeten auch in einer >>Verschriftlichung. Einige Titel wurden im >>MENON Verlag publiziert und sind auch Jahre später regelmäßig gefragt.