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Hannah Arendt: ... und trotzdem anfangen können!

Dienstag, der 31.05.2022, 19:00 bis 20:30 Uhr

mit Angelika Sandtmann || online

Anmeldeschluss

27. Mai. Anmeldung über das Onlineformular unten.

SCHLAGLICHT mit

Was eigentlich ermöglicht es dem Menschen, Neues zu beginnen? Oder andersherum gefragt: Was kann ihn daran hindern?

Mit dem Rätsel des Anfangs hat sich die politische Denkerin Hannah Arendt (1906 -1975) von verschiedenen Seiten – philosophisch ebenso wie politisch – auseinandergesetzt. Sie kommt zu einem erstaunlichen Ergebnis: Das menschliche Vermögen, einen Neuanfang zu setzen, werde untergraben nicht nur durch die Praxis totaler Herrschaft, die nur noch absolut Voraussehbares zulasse, sondern bereits durch ein Denken in Kausalitäten. Arendt sprach in diesem Zusammenhang auch von der Tyrannei der Vernunft, ohne jedoch damit einer Irrationalität das Wort reden zu wollen.

Dass es dennoch möglich ist, sich aus solchen Zwängen zu befreien, hat Arendt in ihren Werken beschrieben und auch in ihrem Leben als deutsche Jüdin im 20. Jahrhundert bewiesen. Die Regisseurin Margarethe von Trotta bezeichnete sie treffend als „Königin des Neuanfangs im Angesicht der Abgründe“.

Ihre Feststellung über das Denken in Kausalitäten kann zunächst verwundern. Kausales Denken ist doch eine bedeutende Errungenschaft, der wir unser modernes Leben und Denken mit seinen technischen Leistungen verdanken. Kann man denn überhaupt ohne Kausalität denken? Und kann man der Tyrannei der Vernunft entkommen, ohne in eine andere Tyrannei, jene des Irrationalen, zu geraten?

Die Gesichtspunkte, die Hannah Arendt hierzu entwickelt hat, werden an diesem Abend auf der Grundlage von Textauszügen aus ihrem Werk ans Licht geholt.

„Zukunft“ (Allgemeines zur Reihe)

Wie offen ist unsere Zukunft? Angesichts zunehmender Bedrohungen, die aus verschiedenen Richtungen (Geopolitik, Klima, Gesundheit u.a.) heute gleichzeitig und beschleunigt auf uns zukommen, macht sich allenthalben ein Gefühl der Überforderung und Ausweglosigkeit breit, das dabei ist, sich in blanke Angst vor jeglicher Zukunft umzuwandeln.

Die naheliegende Frage einer akuten Krisenbewältigung enthebt uns nicht der anderen Frage, wie es zu dieser Mehrfachbedrohung kommen konnte. Ist vielleicht schon die Art des Denkens, der wir uns seit Jahrzehnten hingeben, unangemessen oder sogar kontraproduktiv?

Diese Frage steht im Zentrum der SCHLAGLICHT-Reihe „Zukunft“. Dazu sollen die Denkansätze von Menschen in den Blick genommen werden, die sich im Zeitgeschehen wach bewegen/bewegt haben und dabei teilweise schon seit Mitte des 20. Jahrhunderts entsprechende Beobachtungen gemacht haben.

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Die SCHLAGLICHT-Abende setzen thematisch jeweils neu ein und können daher auch einzeln besucht werden. Die Textgrundlagen werden den angemeldeten Teilnehmenden als PDF-Datei zur Verfügung gestellt.

Informationen

Cover für eine Online-Veranstaltung

Art der Veranstaltung: Der SCHLAGLICHT-Abend wird als Onlineveranstaltung angeboten. Mittels BigBlueButton (Open Source) werden alle Teilnehmer miteinander verbunden sein.

Kostenbeitrag: Höhe nach eigener Einschätzung. Studierende frei.

Alle weiteren Informationen folgen mit der Anmeldebestätigung.

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